„Gottes Wärmestrom der Barmherzigkeit weitergetragen“
Landesbischof würdigt in seiner Botschaft zum Jahreswechsel das große Engagement vieler Menschen in der Corona-Krise
Karlsruhe, (29.12.2020). Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat in seiner Botschaft zum Jahreswechsel daran erinnert, dass die menschliche Solidarität in Zeiten der Corona-Krise stärker gewesen sei als Ängste und Egoismus. So hätten viele Menschen mit viel Engagement und Kreativität einander geholfen und sich in andere hineinversetzt. Die große Kraft, die dahinterstehe, wurzele in der Barmherzigkeit Gottes, sagte der Landesbischof.
„Weder Unsicherheit noch das Gefühl, jetzt muss ich meine Ellenbogen ausfahren, um gut durchzukommen, haben in dieser Krise die Oberhand gewonnen“, erklärte Cornelius-Bundschuh. „Vielmehr haben sich viele von dem Gefühl leiten lassen: Wir gehören zusammen und sind gerade für die Schwachen in unserer Gesellschaft besonders verantwortlich - ob in der Nachbarschaftshilfe, im Betrieb, in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, überall zeigte sich die Barmherzigkeit.“ Die Kraft, sich der Krise zu stellen und warmherzig für und mit anderen zu leben, stamme aus dem „Wärmestrom der Barmherzigkeit, der von Gott her in unsere Welt fließt und den wir an Weihnachten feiern“, sagte der Landesbischof.
In Anlehnung an die biblische Jahreslosung für das kommende Jahr („Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist“) erklärte Cornelius-Bundschuh: „Das Wichtigste ist Barmherzigkeit: Zunächst die Barmherzigkeit Gottes, die uns durch das Leben trägt, und dann die Barmherzigkeit, die wir selbst üben.“ So gelinge das Leben dann, „wenn Menschen sich getragen wissen und einander beschenken, ohne danach zu fragen, was sie dafür bekommen.“ Gottes Barmherzigkeit mache Mut, sich „nicht abzuschotten, sondern auf andere zuzugehen und in Konflikten nach Wegen zu suchen, die uns gemeinsam in die Zukunft führen“.
Dies gelte derzeit in besondere Weise für die Menschen, die nach Europa flüchten. „Sie müssen raus aus den schrecklichen Lagern, in denen Frauen und Kinder nicht sicher sind“, erklärte der Landesbischof. Grundlegend sei es Aufgabe der Politik, „nachhaltige Lösungen zu suchen und sich für soziale und ökologische Gerechtigkeit und für Menschenrechte einzusetzen.“
Sehen Sie hier das Wort des Landebischofs zum Altjahresabend:

